"Lions Club überzeugt sich von gut angelegtem Spendengeld"
von Lorelies Christian (Niederrhein-Nachrichten 04.02.2012)

XANTEN. Der Essensduft zieht durch die Flure des Kloster Mörmter, als die Mitglieder des Lions Club Xanten eintreten. Ein herzlicher Empfang durch die Bewohner der dort ansässigen „Fazenda da Esperanca“. Sie möchten sich mit einer Essenseinladung bedanken für das Sponsoring der neu gestalteten Küche.
Zunächst treffen sich alle in der Klosterkirche, wo sie von Dr. Norbert Poschmann, dem Vorsitzenden des Fördervereins Kloster Mörmter empfangen werden. Er erläutert kurz die Entstehungsgeschichte seines Vereins: „Als die Franziskanerpater von hier weg gingen, hat sich unser Verein gegründet und für den Erhalt des Klosters eingesetzt. 2009 hat sich die Fazenda da Esperanca - zu deutsch „Hof der Hoffnung“ - angesiedelt. Hier leben Drogen- und Alkoholabhängige in der Gemeinschaft zusammen und wagen einen Neuanfang in ihrem Leben. Inzwischen gehört der Fazenda das Gebäude und der Förderverein unterstüzt sie bei den Sanierungsarbeiten. Außerdem setzt sich der Verein für ein lebendiges Gemeindeleben ein, das in Mörmter von jeher mit dem Kloster vebunden ist..“


Sie standen Rede und Antwort: (v.l.) Rainer Kehrmann, Pater Paul Stapel, Luiz Fernando Braz und Dr. Norbert Poschmann.

Einen Mann hebt Dr. Poschmann bei den Sanierungsarbeiten ganz besonders hervor - Rainer Kehrmann aus Rheinberg. Er ist der Mann für alle Fälle - ein echter Glücksfall für die Fazenda. „Ich war bei der Einweihung 2009 hier genau zu der Zeit, als ich in den Vorruhestand ging. Ich sah sogleich, dass in diesem alten Gemäuer eine Menge zu tun ist und bot meine handwerlichen Fähigkeiten an“, erläutert er sein Engagement. Gemeinsam mit den Bewohnernging er ans Werk. „Die Arbeit macht mir große Freude“, versichert Kehrmann und lobt auch die Einsatzbereitschaft „seiner Jungs“, die sich dank handwerklicher Berufserfahrung sehr geschickt anstellen. Was schon alles saniert und umgestaltet wurde, zeigt Luiz Fernando Braz, Leiter der Fazenda, in einer Power-Point Präsentation. Beim Vergleich der Bilder der Küchevorher - nachher wissen die Mitglieder des Lions Club, dass ihre Spende in Höhe von 4.000 Euro im vergangenen Jahr gut angelegt wurde. „Wir brauchen eine funktionale Küche und einen Kühlraum, damit wir unser Hofcafé und unseren Hofladen betreiben können“, erklärt Luiz, denn auf Dauer sollen die Bewohner die Unterhaltungskosten selbst bestreiten können.


Die Mitglieder des Lions Club Xanten trafen sich im Kloster Mörmter und informierten sich über die Arbeiten der dort ansässigen Fazenda da Esperanca. NN-Foto: Lorelies Christian

Doch immer noch bleibt viel zu tun. „Eine Lebensaufgabe“, merkt Rainer Kehrmann augenzwinkernd an. Die Badezimmer müssen dringend saniert werden, das Hofcafe soll im Garten eingerichtet werden - baulich eine Herausforderung, weil im Außenbezirk keine Baugenehmigung erteilt wird. Sponsorengelder werden auch in Zukunft gebraucht. Davon ist auch Pater Paul Stapel (Zwillingsbruder des Gründers der weltweiten Fazendagemeinschaft) überzeugt: „Die Gemeinschaft wächst seit 30 Jahren weltweit, es gibt inzwischen über 82 Fazendas. Wir sind seit dem letzten Jahr ein päpstlich anerkanntes Werk, das viel öffentlichen Zuspruch erhält. Wir bieten jungen Erwachsenen die Möglichkeit, von ihren Abhängigkeiten frei zu werden und ein neues, selbstverantworliches Leben zu lernen. Für diese Menschen, die sich sonst als Müll der Gesellschaft wahrnehmen, ist es völlig neu, von Gott in die Mitte gerückt zu werden. Sie leben hier nach dem Evangelium, egal welcher Konfession sie sind.“ Ulrich Bartsch, derzeitiger Präsident der Lions, sieht den Bedarf der Fazenda auf weitere Förderung. In den kommenden Wochen soll die Entscheidung fallen, ob der Lions Club auch in diesem Jahr Mittel bereitstellt.

 


 

 

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